Geistliches Wort

Würdig das Lamm....(Offenbarung 5)

.... ein so schöner Lobpreis. Das dazugehörige Lied aus dem "roten" Gesangbuch gehört gewiss nicht zu den typischen Adventsliedern, aber dieser Lobpreis gehörte in diesem Jahr zum ersten Advent dazu: das Lamm, das geopfert ist, ist würdig zu nehmen Kraft und Ehre. Wer Lobpreislieder nicht so mag, der kann sich ja auch den Schlusschor der Bachkantate "Ich hatte viel Bekümmernis" zu Gemüte führen - mit einem Lobpreis, der seinesgleichen selbst in den Bachkantaten sucht. Und dieses Lamm ist würdig, die sieben Siegel des Buches zu öffnen, welches unsere Zukunft enthält. Und mit IHM, unserem Heiland Jesus Christus, geht es voran in die Zukunft. 

K1600 DSCF1758Nicht alle machen sich ausreichend bewusst, dass mit dem Advent nicht primär Erinnerung gemeint ist. Der Blick geht sicher auch immer wieder zurück: in den Liedern, die wir singen, auch in den Chorsätzen, im Anblick der Kurrenden in unseren Kirchen, im Anblick der Bergparaden im Erzgebirge - und natürlich auch in den Inhalten unseres Glaubens: Jesus kam nach Bethlehem, auch der Einzug in Jerusalem war bereits gewesen, auch die Hirten, die Sterndeuter - alles weist zurück in die Zeit, als jesus schon einmal kam. Aber Advent meint mehr noch das bevorstehende Kommen unseres Herrn: Von dort wird er kommen zu richten die Lebenden und die Toten. Das ist eine Aussage über die Zukunft - und sie ist entscheidend für uns Heutige. Jesus kommt wieder.

Wie wir uns darauf vorbereiten ist für das Gelingen dieses Tages so entscheidend wie eine gute Vorbereitung für das Glingen der Weihnachtsgottesdienste und der dazugehörigen Familientreffen. Letztere bereiten wir gut vor - wir üben an den Krippenspielen, kaufen Geschenke, backen Stollen, beleuchten die Häuser, besorgen Bäume, Schmuck. Lichterketten und vieles mehr, weil wir wissen: All das ist entscheidend für das Gelingen der Vespern und der Abende am Heiligen Abend und den Feiertagen. Viel entscheidender aber ist eben auch der geistliche Blicknach vorn - auf den Tag, an dem Jesus kommt. Kehrt um, denn das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Das waren die ersten Worte, die jesus als Erwachsener verkündete. Kehrt um, was immer war. Kehrt um, was immer ihr erlitten habt. Kehrt um, was immer ihr getan habt. Kehrt um - wieder und wieder. Lasst die Vergangenheit ruhen - blickt nach vorne. Erwartet den Heiland - den, der unsere Welt und unser Leben verändert. Bereitet euch vor auf das Kommen Christi. Folgt ihm - dem geopferten Lamm, das euch in die Zukunft leitet.

(Foto: Kirche in Kipsdorf, Fotoarchiv G. Brückner)