Geistliches Wort

Jesus ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden. Hallelujah.

Die Ostergottesdienste waren in diesem Jahr sehr voll - im gesamten Kirchspiel, ob Sadisdorf, Reichstädt, Schmiedeberg oder Dippoldiswalde. Überhaupt ist es schön, dass man hier deutlich merkt: Auch Ostern ist ein wichtiger Feiertag. Eigentlich ist er ja der wichtigste, aber gegenüber dem Heiligen Abend wird Ostern vermutlich noch lange im Hintertreffen sein. Aber das Erleben ist viel intensiver - über Tage gestreckt, jedenfalls wenn man die Heilige Woche insgesamt betrachtet: Gründonnerstag mit dem Erstabendmahl der Konfirmanden, der Karfreitag mit den Gottesdiensten im gesamten Kirchspiel - dann am Ostersonntag von frühmorgens über den ganzen Vormittag - und den Ostermontag mit dem Ende der unmittelbaren Osterfeiertage. Viele Taufen gab es zu Ostern, viele andere Leute dazu, die sich an ihre eigene Taufe erinnerten. Viele Familien waren da, die Gottesdienste waren schön, entspannt, gelungen und vom Heiligen Geist berührt.

K1600 DSCN5578So ist es nicht immer gewesen: schon der Ostermorgen nach der Version des Markusevangeliums war anders, weil das Erleben aber auch unmittelbarer war - direkt: Es waren erst einige Tage vergangen, als die Frauen morgens zum Grab gingen, um den Leichnam von Jesus nochmals zu salben. Sie entdeckten das offene Grab, in dem niemand mehr war - doch, ein Bote Gottes war darin, der ihnen sagte, dass sie den gekreuzigten Jesus nicht bei den Toten finden würden. Er ist auferstanden. Die Frauen wagten es nicht, dieses Ereignis weiterzuerzählen: die Ostergeschichte nach Markus endet mit einem "denn sie fürchteten sich."

Und manchmal erscheint es auch heute nicht selbstverständlich, sich mit dieser Botschaft an die Öffentlichkeit zu trauen: "Jesus ist auferstanden." Alle Jahre wieder belegen Umfragen, dass selbst unter den Christen ein großer Teil diese Botschaft letztlich nicht glauben kann. Und doch ist diese Auferstehung der Auslöser dafür gewesen, dass die Jünger und Sympatisanten von Jesus sich wieder gesammelt haben, es gewagt haben, eine neue Gemeinschaft ins Leben zu rufen - und sich vom Heiligen Geist gestärkt schließlich sogar trauten, mit dieser Botschaft nach "draußen" zu gehen: Jesus ist auferstanden.

Der Grabplatz von Jesus sieht heute nicht mehr so aus wie damals. Dazu ist er zu oft überbaut, umgebaut, verschönert - manchmal auch verschlechtert - worden. Sogar zerstört wurde er mal - inklusive eines völligen Abtragens der Grabkammer - so dass heute wirklich nur noch der Platz in Erinnerung ist, wo das geschah. Auch heute steht man vor der leeren - nunmehrigen Grabkapelle in der Auferstehungskirche - und muss glauben, auch wenn man nicht sieht. Aber wir können das auch glauben - wo es von so vielen bezeugt ist, die nicht nur das Grab gesehen, sondern vor allem auch Jesus selbst gesehen haben. Die Evangelien überliefern viele Begegnungen auch mit dem Auferstandenen - und auch Paulus schreibt selbst von sich - und vielen anderen, die Christus gesehen haben. Mögen wir darauf vertrauen - Jesus lebt. Er ist auferstanden - er ist wahrhaftig auferstanden.

(Foto: Auferstehungskirche / Grabeskirche in Jerusalem, Grabkapelle)