Geistliches Wort

Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen. (Lukas 12,35)

Ein Bibelwort zum Ewigkeitssonntag - mit dem überdeutlich auf die Adventszeit hingewiesen wird: Wir sollen "angezogen bleiben, die Koffer gepackt", und - der damaligen Zeit ohne Elektrizität geschuldet - "ein Licht in der Hand haben", um bereit zu sein, wenn Jesus kommt, um uns zu rufen. Reisefertig für die Ewigkeit. Wir sollen uns nicht eingerichtet haben, nicht sesshaft in unserem Leben sein - in geistlicher Hinsicht wohlgemerkt. Dieser Text ist nicht gegen Heimatliebe gerichtet - aber er erinnert uns daran, dass unser Leben endlich und die Tage der Welt gezählt sind.

Das ist eine gute Botschaft: Jesus kommt wieder - und das können wir fröhlich erwarten. Dass dieser Text und diese Botschaft am Ewigkeitssonntag zu hören ist, scheint freilich nicht so recht zu diesem Sonntag zu passen. An diesem Sonntag denken viele eher an die Endlichkeit des Lebens, an den Tod - an die verstorbenen Lieben, an die man sich gerne erinnert. Viele sind in diesen Novembertagen an die Gräber gegangen, haben sie nochmals ein wenig geschmückt, vor allem aber winterfest gemacht. Mögen wir einen Winter haben - möglichst nass, dass sich die Natur vom schweren Sommer 2018 erholen kann. Der Trauer hat das ruhige und oft sogar sonnige Wetter aber vielleicht gut getan: im Novembersonnenschein waren die Herzen vieler Trauernder zwar schwer, aber wenigstens leuchteten die Tage noch ein wenig und es war nicht ganz so grau wie üblicherweise.

Und dennoch gehört ja beides bei uns Christen zusammen: dass nämlich Endlichkeit des eigenen Lebens und das Kommen des Heilandes irgendwie miteinander verbunden sind - und wir nicht einfach auf den Tod zugehen, sondern auf den, der den Tod überwunden hat - nämlich Jesus Christus. Er kommt uns entgegen, nimmt uns auf in sein Reich, was wir mit Freude erwarten können. Das macht uns nicht zu lebensmüden Menschen, viel eher zu hoffnungsvollen Menschen: Die Hoffnung "stirbt nicht zuletzt" - sie lebt - mit Jesus Christus. Und sie gehört zum Ewigkeitssonntag genauso wie zur Adventszeit. Beide Zeiten sind im Kirchenjahr benachbart und thematisch eng verwandt.

Und im Grunde ist das ein schönes Symbol für die eigentliche Zielrichtung unseres Glaubens: Wir sollen und dürfen nach vorn blicken. Am Anfang wie am Ende des Kirchenjahres steht der Blick nach vorn: Sei bereit, wenn Jesus kommt. Lebe dein Leben - ändere es - und erwarte den Herrn. Du kannst nur gewinnen, wenn du die Zukunft annimmst: Denn jeder Tag ist Sein Tag - jeder Tag bringt uns näher zu IHM.