Tageszeitengebete

Gebete zu Tageszeiten

Täglich ertönen die Glocken unserer Kirchen, und sie rufen uns zum Gebet – dreimal täglich: morgens um 7 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr. Am Sonnabend wird um 18 Uhr der Sonntag eingeläutet – mit dem festlichen Geläut aller Glocken. Sonntags hingegen schweigen sie dann zu den Gebetszeiten, weil ja normalerweise Gottesdienst stattfindet.

Das ist nun gerade nicht so – in Zeiten des Corona-Virus. Unsere Kirche in Dippoldiswalde ist freilich offen, in der Regel auch die in Schmiedeberg, aber offiziell versammeln dürfen wir uns derzeit nicht in ihnen, um gemeinsam Gottesdienste zu feiern. Das ist vernünftig und um der Nächstenliebe geboten: Wir dürfen das Virus nicht weiter verbreiten. Mit der Last, die Infektion weitergegeben zu haben, könnten wir alle nicht leben. Umso wichtiger wird das häusliche Gebet – und vielleicht gelingt es uns, eben auch in diesem häuslichen privaten Gebet die geistliche Gemeinschaft zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer Orte und Gemeinden zu praktizieren und zu empfinden. Ich lade Sie herzlich dazu ein.

Dennoch gibt es Gebetszeiten in der Kirche in Dippoldiswalde: von Montag bis Freitag werden die Gebete um 12 und um 18 Uhr gesungen, beginnend jeweils mit dem Glockenläuten. Am Samstag geschieht dies in der Regel auch, nur versprechen kann ich es da nicht.

 

In unseren evangelischen Gesangbüchern stehen unter den Nummern 783, 784 und 785 die Gebete zum Morgen, zum Mittag und zum Abend. Diese kann man feiern – allein oder mit anderen, die zuhause sind. Viele der Texte, die dort mit Gesängen verbunden sind, kann man auch sprechen, ohne sie zu singen. Wer keine Gesangbücher zuhause hat, könnte in etwa folgenden verkürzten Ablauf zuhause einhalten (Bibelstellenangaben und Gebetsanliegen basieren auf dem Gesangbuch):

 

 

Das Morgengebet

 

Eröffnung:

Herr, tue meine Lippen auf,

            dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.

Gott, gedenke mein nach deiner Gnade,

            Herr, erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

            wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Nach EG 783,1)

 

Lesung des Psalms 148 oder eines anderen Psalms.

 

Lesung eines Bibelabschnittes

 

Kurze Zeit der Stille

 

Gebet. Man kann es frei formulieren – oder sich an einen festen Rhythmus von Gebetsanliegen halten. Hierzu sind in unseren Gesangbüchern etwa folgende Anliegen den Tagen zugeordnet:

 

Sonntag – für unsere Gemeinden, unsere Kirche

Montag – für das eigene Land und dessen Regierung

Dienstag – für die Erde und alle Arbeitenden und Arbeitssuchenden

Mittwoch – für Frieden und Gerechtigkeit

Donnerstag – für Kranke, Traurige, Einsame, Verlassene

Freitag – für Gefangene, verfolgte Christen und deren Verfolger

Sonnabend – für Sterbende und Trauernde

An allen Tagen – für alle, die mit uns zusammen sind.

 

Wenn man mit anderen, zB. Angehörigen, gerade zusammen ist, kann man sich vor Beginn des Gebetes auch kurz über Gebetsanliegen für den Tag austauschen.

 

 

Vaterunser

 

Segensbitte: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

 

 

 

Das Mittagsgebet

 

Im Zentrum des Mittagsgebetes steht häufig ein Dank für das Werden des Tages, sein Wachsen – sowie auch eine Bitte um Frieden auf unserer Welt. Im Gesangbuch wird auch der Gesang des Liedes Nr. 421 „Verleih uns Frieden“ empfohlen. Auch das Vaterunser und die Segensbitte sollten nicht fehlen.

 

 

 

 

Das Abendgebet

 

Eröffnung:

Herr, bleibe bei uns,

            denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.

Gott, gedenke mein nach deiner Gnade,

            Herr, erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

            wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Nach EG 785,1)

 

Lesung des Psalms 34

 

Kurze Zeit der Stille

 

Gebet. Man kann es frei formulieren. Man kann danken für alles, was an diesem Tag gut war, um Frieden bitten über allem, was an diesem Tag schwer war. Eine Bitte um Vergebung für eigene Sünde ist gut – und ebenso kann man für alle Menschen bitten, denen man begegnet und über die man heute nachgedacht hat. Viele beten ebenfalls für das Wohl ihrer Familien.

Wenn man mit anderen, zB. Angehörigen, gerade zusammen ist, kann man sich vor Beginn des Gebetes auch kurz über Gebetsanliegen austauschen.

 

Vaterunser

 

Segensbitte: Es segne und behüte uns Gott, der Allmächtige und Barmherzige – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.